Englische Fachartikel 2:
Sondenernährung nicht immer die beste Möglichkeit bei schwerer Demenz
New York, 20. Januar (Reuters Health) - Für Patienten mit fortgeschrittener Demenz kann Sondenernährung mehr Leiden als Erleichterung verursachen. Menschen die im Gesundheitswesen arbeiten, sollten deshalb bei diesen Patienten raten auf die künstliche Ernährung zu verzichten, wendet ein Arzt in der 20.Ausgabe der "The New England Journal of Medicine" ein.
Magensonden, welche Flüssigkeit und Nährstoffe direkt in den Magen des Patienten transportieren, werden häufiger verwendet als in der Vergangenheit, laut Dr. Muriel R. Gillick vom "Hebrew Rehabilitation Center for for Aged" in Boston, Massachusetts. Jedoch, die Daten deuten an, dass Sondenernährung weder eine lebensverlängernde Wirkung hat noch die ausreichende Ernährung sicherstellen kann.
"Ärzte, Berufsorganisationen, Krankenhäuser und Pflegeheime sollten Patienten und ihren Familien empfehlen, dass die Ernährung oral durchgeführt wird, nicht mittels einer PEG-Sonde während des Endstadiums der Demenz", schreibt Gilick.
Sie schätzt, dass es ungefähr 4 Mio. Menschen in den USA gibt mit Morbus Alzheimer oder anderen Arten von Demenz. Patienten im Endstadium solcher Erkrankungen sind nicht in der Lage zu gehen, zu essen, oder Beziehungen zu anderen Menschen zu haben.
Sondenernährung kann die Versorgung mit Flüssigkeit und Nährstoffen für Patienten sicher stellen, welche Schluckstörungen haben oder das Interesse am Essen verloren haben. Aber Patienten mit schwerer Demenz neigen dazu, die Sonde herauszuziehen, erklärt Gillick. Allgemeine Probleme wie z.b. Diarrhoe und Sondenverstopfung können ebenfalls den Ernährungszustand gefährden, ergänzt sie. Studien haben ebenso nicht die Annahme bestärken können das Sondenernährung lebensverlängernd für Patienten mit Demenz wirkt oder einen langsamen Tod verhindern kann, dessen Ursache Hungertod und Dehydration (Austrocknung) ist.
"Zunehmendes Informationsmaterial der Hospiz-Bewegung, deutet daraufhin, dass diese Patienten höchstens zeitweiligen Hunger erleben und das jedem Durstgefühl das sie empfinden mit dem Gebrauch von Eisstückchen und Mundstäbchen gestillt werden kann", erklärt Gillick.
"Außerdem empfinden viele ältere Patienten Dehydration nicht als Belastung, weil sie einen gestörten Durstmechanismus haben", erwähnt sie. PEG-Sonden können ebenso Schmerzen hervorrufen, verursacht durch oberflächliche Hautinfektionen an der Stelle, wo die Magensonde operativ durch die Bauchwand eingesetzt wurde, oder dadurch, dass sie verstopft oder sich löst.
Häufig müssen Patienten davon abgehalten werden die Sonde herauszuziehen, sagte Gillick, eine Studie zitierend, in der 71% der Patienten mit Demenz die PEG-Sonden hatten, davon abgehalten wurden.
Ethische und religiöse Argumente haben geringes Gewicht zugunsten der Sondenernährung, so wie auch Bioethiker und religiöse Ethiker zu dem Schluss gekommen sind, dass Sondenernährung für Patienten mit fortgeschrittener Demenz nicht erforderlich sein soll: "Zusammenfassend empfehlen die Daten die im letzten Jahrzehnt gesammelt wurden, dass PEG-Sonden nicht nötig sind um Leiden zu verhindern und sogar Leiden verursachen können", schließt Gillick.
