Medizinethik

Lebensverlängernde Maßnahmen in der geriatrischen Langzeitpflege:
Wie ist die Akzeptanz Betroffener?

Fünfzig nicht dementen Langzeitpatienten zweier Zürcher Krankenheime sowie deren Angehörigen, Pflegepersonen und Ärzten wurde die Frage vorgelegt, ob sie im Falle einer lebensbedrohenden Krankheit einfache lebensverlängernde Maßnahmen wie die Abgabe von Antibiotika beim Auftreten einer Lungenentzündung befürworten würden.
Fazit des Artikels:
Die beschriebenen Resultate lassen die Schlussfolgerung zu, dass in der Regel ein offenes Gespräch zum Thema lebensverlängernde Maßnahmen zwischen nicht dementen geriatrischen Patienten und Arzt ohne weiteres durchführbar ist und von den Patienten geschätzt wird. Ein solches Gespräch scheint uns das Mittel der Wahl zur vorläufigen Formulierung eines dem Patientenwillen entsprechenden Therapiekonzeptes (palliativ respektive kurativ) zu sein. Kaum geeignet zum Entscheid für oder gegen lebensverlängernde Maßnahmen erscheinen dagegen Kriterien wie das Alter der Patienten oder deren Resultate in Tests für kognitive Leistungsfähigkeit, Depression oder Lebensqualität. Auch Maßnahmen von Patientenseite wie Patientenverfügung oder Ernennung eines Patientenvertreters kommen offenbar im geriatrischen Bereich im allgemeinen keine entscheidende Bedeutung zu.

Quelle: Bär W., Lebensverlängernde Maßnahmen in der geriatrischen Langzeitpflege: Wie ist die Akzeptanz Betroffener?,
in: Deutsches Ärzteblatt 96, Heft 21 vom 28.05.99, Seite A-1409; www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=17434

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