Sondennahrung: Kassenkritik an höherer Steuer
Gegen die still schweigende Anhebung der Mehrwertsteuer für Sondennahrung von sieben auf 16 Prozent seit dem 1. Juli wollen sich Krankenkassen juristisch zur Wehr setzen. Nicht nur die Mehrkosten dieser vom Finanzministerium und der Oberfinanzdirektion Cottbus ausgehenden Maßnahme von 45 Millionen Euro jährlich missfällt ihnen. Die Kassen finden es auch unfassbar, wie zynisch Ministerium und Behörden mit 120 000 schwerstkranken Menschen umgehen, die auf Sondennahrung angewiesen sind.
"Sondennahrung ist ein Lebensmittel und damit zum ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent wie Milch einzustufen", sagt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin, Herbert Lochs. Doch das Finanzministerium sieht Trink- und Sondennahrung nun als "Genussgetränk" (16 Prozent Mwst.) an, was der AOK-Medikamenten-Experte Robert Stork (AOK) als "absurd" kritisierte und Joachim Odenbach (IKK) als "Verschiebebahnhof der Finanzbehörden" zu Lasten der Kassen wertete. Kassen hätten Mehrkosten, da Firmen die höhere Steuer weiterreichten.
Quelle: ul, CAREkonkret Woche 39/2003 | www.vincentz.net/carekonkret |
