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Einstellung von Pflegenden und ihre Interpretation zum Verhalten von schwer dementen Patienten bei der Essenseingabe in einem Patientenzuteilungs-System

In dieser Studie von 1987 wurde untersucht, ob es Sinn macht wenn eine feste Bezugsperson einem schwerst Demenz-Kranken das Essen eingibt. Nachfolgend die Zusammenfassung dieser Studie.

Es gibt Studien im Bereich der Säuglingspflege nicht aber der Alterspflege. Signale vom Esseneingeber werden gesandt, die aber weder vom Säugling noch vom Dementen interpretiert werden. Die Last der Interpretation liegt ausschließlich bei der Pflegeperson.

Ähnlich wie in der Säuglingspflege kann man von folgenden theoretischen Überlegungen ausgehen: Je länger eine Pflegende dem gleichen Patienten Essen eingab, desto mehr interpretierte sie die Signale des Patienten als sinnvoll. Vorher hatte sie die gleichen Signale als sinnlose und zufällige Äußerungen verstanden. Beim Patienten mag dadurch ein Gefühl/Erkennen ausgelöst worden sein, dass er verstanden wird. Entsprechend mag er alerter, ansprechbarer geworden sein. Wenn der Patient als Mensch wahrgenommen wird, kann das Pflegeverhalten auf ihn abgestimmt werden.

Es ist anzunehmen, dass verschiedene Pflegende unterschiedlich lange brauchen , um sich einem Patienten anzupassen. Einfühlfähigkeit und Empathie der Pflegenden mögen diese Anpassung beeinflussen.

Die Studie empfiehlt, Esseneingeben über Patienten statt Tätigkeits-Zuteilung zu organisieren. Patienten-Zuteilung fördert positive Erlebnisse für die Pflegenden, die sich als kompetent erfahren, wenn sie lernen, schwierige Esseneingebensituationen zu meistern. Im weiteren wächst die Fähigkeit der Pflegenden, die Patienten zu verstehen.

Solche positive Erfahrungen wirken sich auch auf die Arbeitszufriedenheit aus. Man kann davon ausgehen, dass sich eine Bezugspersonenpflege über Kompetenzsteigerung in Fertigkeiten und auf der Beziehungsebene auf die Arbeitszufriedenheit auswirken wird.

Quelle: Athlin E., Norberg A., Einstellung von Pflegenden und ihre Interpretation zum Verhalten von schwer dementen Patienten bei der Essenseingabe in einem Patientenzuteilungs-System, in: Pflege, 6.Jahrgang, Heft 1, 1993

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