Altersmythos:
Unheilbar Kranke, die lebensverlängernde Therapien ablehnen und nur leidensminimierende Behandlung akzeptieren, sterben meist sehr schnell.
Wirklichkeit:
Nach dem Entscheid für rein palliative Behandlung stirbt die Hälfte aller so behandelten innert 36 Tagen, aber 15 % überleben sechs- und 10 % zwölf Monate.
Begründung:
6.451 Personen, die 1990 in ein Hospizprogramm eintraten, wurden während zweieinhalb Jahren nachuntersucht.
- 50 % aller in Hospizbehandlung eingetretenen Personen starben innert 36 Tagen
- kürzere mediane Überlebenszeit zeigten Personen mit Blutkrebs oder lymphogenem Krebs, Krebs des Harntraktes, des Darmes, der Bauchspeicheldrüse und mit Nierenversagen
- deutlich längere mediane Überlebenszeit zeigten Kranke mit Herzschwäche (43 Tage), Demenz (74 Tage) oder chronischer obstruktiver Lungenkrankheit (76 Tage)
- 15 % überlebten mehr als sechs Monate, obschon der behandelnde Arzt ihnen eine Lebenserwartung von weniger als sechs Monaten bescheinigt hatte. 10 % der Kranken überlebten länger als ein Jahr und 5 % länger als zwei Jahre
- einen deutlich höheren Anteil an Kranken, die länger als 6 Monate überlebten, zeigten Personen mit Hirnschlag (23%), mit Herzschwäche (23 %), mit Demenz (23 %) und chronisch-obstruktivem Lungenleiden (32 %).
N.A. Christakis und J.. Escarce:
Survival of Medicare Patients after enrolment in hospice program NEJM 335; 172-8, 1996
Quelle: Stadtärztlicher Dienst Zürich aus der Zeitschrift Intercura
Ausgabe 70/71, Sommer/Herbst 2000
Altersmythen (Kurztexte)
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