Vor-/Nachteile der Dehydration
Vorteile
- Weniger Urinproduktion. Der mühsame, anstrengende, oft als erniedrigend empfundene Toilettengang bleibt erspart. Der Patient braucht die Bettschüssel weniger, das bedeutet weniger Schmerzen beim Heben, Sitzen und Drehen. Es ist kein störender Dauerkatheter nötig. Die geringe Urinmenge kann mit einer Einlage aufgefangen werden. Die Pflege - besonders zu Hause - wird einfacher.
- Die Bildung von Flüssigkeit im Magen-Darm Trakt ist reduziert. Der Patient erbricht weniger, vor allem wenn er einen Subileius oder Ileus hat
- Es werden weniger Rachen- und Bronchialsekret gebildet. Die Tortur des Absaugens ist kaum notwendig. Das "Todesrasseln" bzw. die Gefahr der Atemnot durch Lungenödem sind seltener oder verschwinden
- Weniger Flüssigkeitsansammlung in den Beinen, weniger Aszites und Tumorödeme führen zu einer Linderung der Beschwerden
- Schläfrigkeit weniger Unruhe
- Weniger Darmmotilität, Erbrechen und Übelkeit
- Natürliche Analgesie durch Ausschüttung von Endorphinen und durch die Hungerketose
Nachteile
- Achten auf gesteigerte Decubitusgefahr
- Mundtrockenheit und Behandlung des Durstgefühls
- Manchmal Fieber
- Muskelkrämpfe durch Störung des Elektrolytenhaushaltes
- Medikamentenakumulation durch Niereninsuffizienz
- Obstipation und eventuell zäher, trockener Schlei
- Bewusstseinstörung, Orthostase-Syndrom, Lethargie und Schwäche
- Rastlosigkeit und Verwirrtheit: Hier ist es schwer zu beurteilen, welche Rolle die Dehydration, und welche die Angst vor dem Tod spielen
- Erhöhte Unsicherheit von Angehörigen und im Team
- Höherer Pflegeaufwand: Intensivere Mundhygiene und Decubitusprophylaxe
Quelle: Weissenberger-Leduc M.; Handbuch der Palliativpflege, 3. vollständig überarbeitete Auflage, Springer, S. 94-95
